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Heilpädagogisches Zentrum Orfeu in Chisinau

Reisebericht nach Chisinau

Published on 13. Juli 2007 under Heilpädagogisches Zentrum Orfeu in Chisinau
Reisezeitraum: 11.-13. Juli 2007
Teilnehmer: Stiftungsvorstand Helmut Rahm
Stiftungsräte Georg Schwan, Norbert Spieß, Hans Gegenmantel, Petra Zimmermann
Kameramann Markus Lotz

Bericht von Stiftungsrätin Petra Zimmermann

Markus Lotz, der in Zusammenarbeit mit der ascent Marketing-Abteilung auf unsere Stiftung aufmerksam wurde, bot unserer Stiftung an, ohne jegliche Bezahlung bei unserem Moldawienbesuch als Kameramann dabeizusein, um eine Dokumentation über unsere Projekte (Schule und heilpädagogisches Zentrum Orfeu) in Chisinau zu erstellen. Dieser Film wird in Kürze auf der Homepage der ascent Stiftung zu sehen sein.

Wir kamen am 11. Juli 2007 am späten Abend in Chisinau an. Die Abholung erfolgte mit dem Bus vom Hilfsschulinternat Nr. 6, begleitet von Maria Ogar zu unserem Hotel Dacia.

Georg Schwan suchte uns zum Abendessen ein Lokal mit typisch landesüblichen Speisen aus, die sehr lecker schmeckten. Die Begrüßung im Lokal erfolgt meist mit einem Gläschen Landwein, ebenso endet die Verabschiedung aus dem Lokal damit. Diese Sitte ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig, ebenso die Qualität des Landweines, doch sauer macht lustig!
Am nächsten Morgen starteten wir, um unsere Projekte zu besichtigen.

Im Hilfsschulinternat Nr. 6 ist soweit alles in Ordnung. Der ascent Bus wird eingesetzt und fährt einwandfrei. Die Renovierung im sanitären Bereich ist soweit abgeschlossen und kann sich sehen lassen. Wir wurden von Margarita, Alexandra und Maria empfangen und im
Hause umher geführt. Von Seiten der Regierung erhielt das Hilfsschulinternat diesjährig für den gesamten Gebäudekomplex 60 kg Farbe zur Verfügung gestellt. Dieses Jahr hatte man dort Glück, die Farben weiß und braun wurden zur Verfügung gestellt; wäre es dieses Mal grün oder pink gewesen, so hätte man halt in dieser Farbe renoviert. Für uns ist diese Haltung schon sehr gewöhnungsbedürftig, die eigene Anspruchshaltung muss man da kräftig zurückschrauben. Andere Länder, andere Sitten! Doch insgesamt haben wir hier ein sehr gutes Gefühl. Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Möglichkeiten wird hier alles getan, damit die Kinder sich wohl fühlen. Dieses Gefühl vermittelten uns das Personal und auch die Kinder.

Weiter ging es in die Schule Orfeu zu Oleg Abbabij. Er führte uns im gesamten Haus umher und wir „begutachteten“ den derzeitigen Stand der Sanierungsarbeiten. Der sanitäre Bereich sieht schon sehr ansprechend aus, endlich normale Toiletten, schöne Kacheln, alles hell und freundlich! Wenn man den vorherigen Sanitärbereich noch im Hinterkopf hat (keine Toilettenschüsseln, einfach nur Löcher, defekte Leitungen, wenn überhaupt vorhanden) so erscheinen diese hell gekachelten Wände wie purer Luxus!
Für unsere westliche Einstellung wäre insgesamt noch sehr viel zu renovieren, doch wie gesagt, es ist sinnvoll umzudenken, unser Anspruch ist oft nicht die Anspruchshaltung dort.

Weiter ging es zum Kindergarten Orfeu. Auch hier wird kräftig gearbeitet, die Außenanlagen werden bis zum Herbst wohl fertiggestellt sein, d.h. auch die Spielgeräte werden bis dahin aufgestellt. Die Unterstellplätze für die Kinder (der Staat schreibt vor, dass die Kinder sich bei jeglichem Wetter mehrstündig im Außenbereich aufhalten müssen) sind größtenteils fertig, nur die Wände sollen noch gestrichen werden.
Auch hier hat sich im sanitären Bereich einiges getan, die Fertigstellung wird sich noch einige Wochen hinziehen. Es ist ein gutes Gefühl zu sehen, dass wir dazu beitragen, dort lebenswürdige Umstände zu schaffen. Wir besichtigten die Räumlichkeiten, in denen die Kinder tagsüber basteln und therapiert werden. Im Rahmen der Möglichkeiten wurden diese Räume liebevoll gestaltet, Blumen spielen hier eine große Rolle. Jedes Kind hat z. B. eine Blume, für die es sich verantwortlich zeigen soll. Es ist spürbar, wie viel Engagement und Liebe von Seiten der Leitung dahintersteckt und doch kommt da eine große Nachdenklichkeit, was mit vielen einfachen Dingen möglich ist.

Am Spätnachmittag verabschiedeten wir uns von Oleg und seiner Frau. Natürlich erreichte uns auch dort eine große Gastfreundschaft: ein üppig gedeckter Tisch mit frischen Gurken, Karotten, Tomaten und gegrilltem Fleisch, Teigfladen usw. wird uns angeboten und die Gastfreundschaft verbietet natürlich, dies auszuschlagen. Dazu wieder dieser „herbe“ Landwein.
Helmut, Georg und Markus Lotz machen sich nach der Verabschiedung von Oleg noch auf einen kurzen Trip in die nähere Umgebung auf, um Bilder einzufangen, die zur Abrundung unseres Filmes dienen.

Nach kurzem, aber wirklich kurzem Schlaf wurden wir um 3.15 Uhr morgens abgeholt, unser Rückflug erfolgte um 4.30 Uhr. Ankunft in Frankfurt war kurz nach 6.00 Uhr. Todmüde, aber voller Eindrücke und mit einer gewissen Zufriedenheit betreten wir nun wieder unseren Alltag.

Unser besonderer Dank geht an Markus Lotz für den überaus gelungenen Film, und an Georg Schwan, der uns als Übersetzer diente und diese Reise sehr gut organisierte.