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Aktuelles

Reisebericht vom 12.4. bis 15.4.2016, Bukarest

Published on 18. Mai 2016 under Aktuelles

Dienstag, 12.4.16
Ankunft am späten Nachmittag in Bukarest; Abholung durch Sr. Adina vom Orden Maria Ward. Weiterfahrt zu Carmen; sie lebt mit ihren zwei Kindern und einem Enkelkind in einer schlechten Wohngegend. Die Wohnung ist in einem desolaten Zustand; die Gasleitungen wurden wieder repariert, nachdem der psychisch kranke Ex-Mann die Türen eingetreten und die Gasleitungen aus den Wänden gerissen hatte.
Dank der schnellen finanziellen Unterstützung konnten wir Abhilfe schaffen, die Reparaturen konnten zügig durchgeführt werden.

 

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hier wohnt Carmen

 

Mittwoch, 13.4.2016
Am frühen Morgen gleich mit einem vollbepackten Auto mit Kleidern und Spielsachen ins Frauenhaus. Wir besuchen Maria mit ihren Kindern Alexander und Madalina. Ich kenne sie schon einige Jahre. Maria ist kleinwüchsig, sie lebte einige Zeit im Frauenhaus, war dort mit den Kindern nicht zu integrieren, weil sie sich nicht an die Regeln halten konnte. Sie lebt jetzt in einem Zimmer mit den Kindern in einer armseligen Umgebung. Es besteht immer noch ein Kontakt zu den Ordensschwestern, wo sie sich im äußersten Notfall Hilfe holen kann. Madalina ist sehr verhaltensauffällig, bekommt Psychopharmaka, Alex hat Tuberkulose, ist kleinwüchsig und minder begabt.
Besuch von E. (26) und ihrer Tochter V. Die Mutter ist ein Opfer von Menschenhandel. Sie wurde auf offener Straße verschleppt, war sieben Jahre den Fängen der Menschenhändler, zuletzt in Deutschland. Sie hat gerichtlich ausgesagt, die Täter sind inhaftiert; sie erhielt von einer deutschen Organisation ein kleines Entschädigungsgeld, das es ihr ermöglicht, mit ihrer kleinen Tochter in einer Wohnung zu leben.

 

 

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„Küchenzeile“ von Marias Wohnung

 

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Maria mit ihren Kindern

 

Weiter ging es zu Luciana (38), die mit ihren beiden Töchtern Selena (7) und Daria (2) und ihrer Mutter (68) seit zwei Wochen in einer Wohnung lebt. Ursache war häusliche Gewalt, totale Verschuldung durch den Ehemann durch dessen Spielsucht. Sie lebt mit ihrer Mutter, die die Kinder während ihrer Nachtarbeit in einem Casino betreut.

Bis auf die Küche war die Wohnung sehr spärlich möbliert. Wir machten uns daher auf den Weg, um diverse Möbelstücke zu kaufen, gleich aufzubauen, um so die Wohnung „menschenwürdig“ einzurichten.

Donnerstag, 14.4.2016
Am frühen Morgen gleich ins Frauenhaus, Auto ausladen, das wieder voll bepackt war mit Kleidern, Lebensmittel und Spielsachen. Und weiter ging die Fahrt Richtung Brasov, ca 130 km.
Besuch bei den „Großeltern“ von Nicoletta (12); sie lebte ein Jahr ohne Mutter im Frauenhaus. Nicoletta stammt aus einer früheren Beziehung der Mutter, die Mutter verheiratete sich wieder, bekam zwei Söhne. Nicoletta war in dieser neuen Familie nicht willkommen, musste schwere Arbeit leisten. Die Großeltern konnten dies nicht mehr mit ansehen und entschlossen sich, das Kind zu sich zu nehmen. Nicoletta ist von all dem schwer traumatisiert, zeigt einige Auffälligkeiten. Die Pflege-Großeltern haben es schwer mit ihr, zeigen aber unendlich viel Geduld und Liebe. Wir hatten einiges an Kleidung für Nicoletta mitgebracht, auch an Süßem durfte es nicht fehlen: strahlende Mädchenaugen waren das Dankeschön.
Am Abend geht es wieder zurück ins Kloster, das wir gegen 20 Uhr erreichen.

 

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Freitag, 15.4.2016
Nach einer schnellen Tasse Kaffee um 5.45 Uhr werde ich zum Flughafen gebracht.
Es fanden während meines Aufenthaltes einige Gespräche mit den Bewohnerinnen vom Frauenhaus über Wünsche und Zielsetzungen statt ( Sr. Adina übersetzt). Es wurde über Probleme diskutiert und mit der betreuenden Psychologin Lösungswege erarbeitet.
Es waren ereignisreiche Tage, die wieder zum Nachdenken anregen. Letztendlich immer mit dem Gedanken enden, „es ist gut und wichtig, was wir hier tun“.
Petra Zimmermann, Geschäftsstelle der ascent Stiftung