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Frauenhaus Bukarest

Reisebericht Rumänien 17. – 20.01.2015

Published on 20. Januar 2015 under Frauenhaus Bukarest

Reisebericht Rumänien vom 17. – 20.01.2015

Ankunft am frühen Samstagnachmittag, Abholung am Flughafen. Weiterfahrt ins Kloster.
Besprechung am Nachmittag über die aktuelle Situation.
Am Sonntagmorgen, dem Besuch der hl. Messe, die für mich immer wieder ein Ereignis ist, fuhren wir ins Frauenhaus, das jetzt in einer neuen Besetzung von Frauen und Kindern ist. Derzeit sind fünf Frauen und sechs Kinder im Frauenhaus untergebracht. Alle sind in ähnlicher Situation, sie kommen aus häuslicher Gewalt mit wenig Habseligkeiten und manche stark traumatisiert im Frauenhaus an. Hier gilt es, zur Ruhe zu kommen, sich in einen Alltag einzufinden, nach Arbeit suchen, um dann in eine Selbständigkeit zu gelangen.
Die Frauen und Kinder werden zusätzlich von einer Psychologin betreut, eine Ordensschwester (Sozialarbeiterin) ist jeden Tag vor Ort, um unterstützend mitzuwirken. Ohne eine solche intensive Betreuung durch Ordensschwestern vom Orden Maria Ward wäre dieses Projekt nicht möglich.

Viele der „ehemaligen Bewohnerinnen“ des Frauenhauses pflegen nach wie vor einen teilweise engen Kontakt zu den Ordensschwestern. Diese greifen auch dann immer wieder helfend ein, wenn die Frauen gar nicht mehr zurechtkommen im „neuen Leben“.

So besuchten wir auch Maria, kleinwüchsig, mit ihren Kindern Alex (7) und Madalena (5). Es ist immer wieder berührend, wie sehr sich die Frauen und Kinder über den Besuch vertrauter Gesichter freuen, natürlich auch über die mitgebrachten Lebensmittel oder Kleidung. Meine westliche Anspruchshaltung im Bezug auf Weiterentwicklung der Frauen usw. mußte ich gewaltig reduzieren bzw. ablegen. Eine mangelnde Schulbildung, ein anderer Kulturkreis und vieles mehr macht es den Frauen nicht gerade leicht, ihr Leben in kleinen Schritten nach vorne zu bewegen, zumal von Seiten des Staates keine soziale Grundsicherung wie bei uns vorhanden ist.

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Das ist eine Unterschrift

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Marias Bleibe

 

so sieht ein Hof aus

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Alex hat Geburtstag
Die Weiterentwicklung von Maria, die eine Zeitlang mit ihren Kindern auf der Straße lebte, bevor sie Zuflucht im Frauenhaus fand, fand dahingehend statt, dass sie mittlerweile in einer festen „Unterkunft“ lebt, die Kinder mehr oder weniger regelmäßig in den Kindergarten bzw. zur Schule gehen und dass sie letztendlich erkannt hat, dass die Männer nicht die Lösung ihrer Probleme sind.

Am Montag verbrachte ich den ganzen Tag im Frauenhaus und nahm am Alltag teil. Die Frauen kochten gemeinsam, ich ergänzte das ganze durch einen typisch deutschen Hefezopf, der immer wieder liebend gern gegessen wird. Es fanden Gespräche mit den Frauen statt (Übersetzung durch Schwester Adina), und mit den Kindern übte ich deutsche Wörter, ich muss mich im rumänischen üben.

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beim gemeinsamen Abendessen

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typisch deutsch
Ereignisreiche Tage neigten sich dem Ende, als ich am Dienstag gegen 5.45 Uhr zum Flughafen aufbrach. Und immer wieder nach einem Besuch in Bukarest taucht das befriedigende Gefühl auf: es ist gut was wir hier tun.
Das wiederum ist nur durch Ihre Unterstützung möglich. Die Dankesworte, die ich in Bukarest erhielt, gebe ich hiermit an Sie liebend gerne weiter.

Ihre Petra Zimmermann
Geschäftsstelle der ascent Stiftung

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