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Frauenhaus Bukarest

Rumänienreise im Juli 2013

Published on 9. Juli 2013 under Frauenhaus Bukarest
Rumänienreise vom 5.-9.7.2013

Freitag, 5. Juli 2013: Ankunft am Nachmittag in Bukarest und gleich ging es los: Wie immer bekomme ich gleich den Autoschlüssel von Sr. Adina überreicht, sie lotst mich durch Bukarest. Einkaufen im Supermarkt fürs Frauenhaus, es stand sonntags die Taufe von einer ehemaligen Mitbewohnerin des Frauenhauses und ihren zwei Kindern bevor. Eine Taufe bedarf vielen Vorbereitungen, üppiges Mahl, Taufkleidung, Taufgeschenke, Taufkerzen geschmückt, Gaben für die Priester usw. Allgemeine Lebensmittel, Waschpulver, Windeln … das Auto war voll geladen. Gemeinsames Abendessen im Kloster, todmüde gegen 22.00 Uhr fiel ich im Kloster ins Bett.

Samstag, 6. Juli 2013: Nochmals div. Besorgungen fürs Frauenhaus, ins Kloster zum Mittagessen, danach zu Carolina, Rita und Julian (Carolina ist eine ehem. Bewohnerin des Frauenhauses, Rita ist kleinwüchsig und wurde vor kurzem erfolgreich operiert, Finanzierung durch unsere Stiftung). Zum Abendessen ins Frauenhaus, Geburtstagsfeier von L., 3 Jahre, Rückkehr ins Kloster gegen 21.00 Uhr.

Sonntag, 7. Juli 2013: Besuch der Sonntagsmesse, anschl. Besprechung, Frauenhaus, letzte Vorbereitungen für die Tauffeier. U.a. gab es einen badischen Kartoffelsalat und einen Hefezopf. Mangels Gewürze und sonstigem benötigten Zubehör hat alles etwas „anders“ geschmeckt, was im großen und ganzen nicht auffiel.

Mit den Täuflingen, weiteren Ordensschwestern und Freunden ging es gegen 16 Uhr zur othodox. Taufe. Vor Ort gab es heikle Situationen, da der Ehemann von F. die sich mit den Kindern taufen lassen wollte, vor Ort erschien und offenkundig seinen Mißfallen zeigte. F. die untergewichtig ist und zudem noch unter Epilepsie leidet, kollabierte am Anfang der Zeremonie, was die Taufe verzögerte und zur großen Aufregung sorgte. Extreme Hitze, ca. 12 Kinder und ebensoviele Erwachsene füllten den recht kleinen Raum, in dem die Taufe stattfand. Alles in allem ein recht anstrengender Mittag, der weiter von Aufregungen geprägt war. Der Ehemann von F. durfte zur Feier nicht mit ins Frauenhaus und setzte seine Frau damit unter Druck. Die Frauen haben hier ihren geschützten Rahmen; die Adresse des Frauenhauses ist nach außen nicht bekannt. So entschloss sich F. , an der Feier nicht teilzunehmen und mit Mann und Kindern nach Hause zu gehen, was sich als „Schuss nach hinten zeigte“ (kein Essen, Prügel für die Kinder und für die Mutter war das Ergebnis des Tages). Das nach Hause bringen nahm viel Zeit in Anspruch und nach 21 Uhr kamen wir ins Frauenhaus zurück.

Montag, 8. Juli 2013: Kurzer Stop im Obdachlosenheim, im Krankenhaus und dann Besuch bei meiner Lieblingsfamilie, Vasile, die wir mit Grundnahrungsmitteln und div. Kleidungsstücken versorgten. Ich habe die Kinder noch nie anders erlebt als lachend, trotz vieler widriger Umstände. Hier ist wieder die Armut mehr als deutlich zu spüren, es regnet durch das Dach und die Vorstellung, wie es dort im Winter ist, ist grauselig. Dazwischen wurde unser Nähprojekt besprochen, Stoffe ausgepackt, Muster kreiert … Alles in allem viele anstrengende, doch bereichernde Stunden, bis ich meine Heimreise am frühen Dienstagmorgen antrat.

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