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Frauenhaus Bukarest

Rumänienreise im Dezember 2012

Published on 7. Dezember 2012 under Frauenhaus Bukarest
Rumänienreise vom 4.-7.12.2012

Mit einem überdimensionalen Koffer mit 28 kg und 13 kg Handgepäck und gemischten Gefühlen beim Einchecken begann ich meine Reise. Mit Charme und Wohlwollen brachte ich mein Gepäck ohne Aufpreis an Bord. Nach meiner Ankunft am späten Nachmittag folgte ein kurzer Stopp im Kloster, danach eine liebevolle Begrüßung im Frauenhaus. In traditioneller Kleidung hieß man mich bei Brot und Salz herzlich willkommen. Von der alten „Besetzung“ ist nur noch Irina mit ihren zwei Kindern dort, die anderen drei Frauen sind erst seit kurzer Zeit im Haus.

Am Mittwoch kurz nach sieben Uhr machte ich mich mit Sr. Adina auf dem Weg zu Mariana und ihren zwei Kindern, die jetzt wieder bei ihrer Mutter Richtung Bacau lebt. Sr. Adina ist Fahranfängerin und überlies mir sofort das Fahren. Ca. 260 km Entfernung, ein maroder Blitzer, den ich unterschätzte, eine Geschwindigkeitsüberschreitung mit Polizeistopp, ein umgehendes Bezahlen in der nächsten Stadt, verzögerte unsere Anreise um eine Stunde. Der Besuch bei Mariana und den Kindern Emilia und Andrea war sehr emotional. Die drei freuten sich riesig, uns zu sehen. Süßigkeiten und Grundnahrungsmittel wurden freudig entgegengenommen. Sie lebt seit einigen Wochen wieder bei ihrer Mutter auf der Suche nach einer Arbeit. Es steht ein Hilfsjob von morgens 6.00 Uhr bis 23.00 Uhr an 4 Tagen die Woche mit einer monatlichen Bezahlung von 100 Euro zur Auswahl. Die Lebendigkeit, die Unbeschwertheit, die die drei im Frauenhaus zeigten, war nicht mehr vorhanden, die Zukunft ist ungewiss. Nach einem kleinen Imbiss ging es weiter zu Magdalena, die mit ihren drei Kindern in Bacau bei ihrer Schwiegermutter in einem Raum wohnt. David muss noch mehrmals an seinen Beinen operiert werden, Sr. Adina steht in Kontakt mit einer Organisation, die ihren Schwerpunkt auf der Behindertenarbeit hat. Wir wollen versuchen, dass Magdalena in deren Betreuung kommt, weil die Entfernung nach Bukarest zu groß ist.
Ein ereignisreicher Tag, knappe 800 km Autofahrt mit 10 Stunden ging um 21.30 Uhr zu Ende.

Den 6.12. verbrachten wir noch mit Einkäufen und kleinen Vorbereitungen bevor wir zur Nikolausfeier ins Frauenhaus gingen. Es folgten vorab Einzelgespräche mit den Frauen über Wünsche, Ziele, Einhalten von Regeln, finanzielle Situation usw. (Sr. Adina übersetzt). Die Kinder erhielten vom Nikolaus die aus Deutschland mitgebrachte Winterkleidung wie Jacken und Schuhe und die heißersehnten Süßigkeiten. Die Kinder trugen dem Nikolaus Gedichte vor, es wurde gesungen und traditionelle Speisen rundeten diesen Tag ab. Gegen 19.00 Uhr hieß es Abschied zu nehmen … bis zum nächsten Mal!

Unser nächster Weg führte uns zu Familie Vasile (Ehepaar, vier Kinder zwischen 5-12 Jahren). Mit Sr. Adina und zwei ihrer Mitschwestern, die die Familie betreuen machten wir unseren Besuch dort. Grundnahrungsmittel wie Öl, Kartoffel, Zwiebel, Milch, Konserven und Milch lieferten wir dort ab. Die Freude der Kinder über die Milch war riesengroß. Über die mitgebrachten Süßigkeiten waren sie so erfreut, dass die vier Kinder im Wohnraum (max. 8 m2) nur herumhüpften. Trotz der bitteren Armut habe ich die Kinder immer lachend und fröhlich erlebt. Die Eltern bemühen sich sehr, doch ohne Arbeit und nur mit einer gelegentlichen Putzarbeit der Mutter ist ein Durchkommen fast nicht möglich. Sie werden vom Orden unterstützt und wann immer ich in Rumänien war, dieser Besuch bei Fam. Vasile, der muss sein.

Nach meinem Frühstück um 6.00 Uhr am Freitag brachte mich eine Ordensschwester an den Flughafen, meine Ankunft daheim war am frühen Nachmittag. Etwas kaputt, müde doch mit einem Kopf neuer Ideen trat ich meinen Alltag daheim an.

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die ascent Geschäftspartner Iris Rostan und Markus Schäfer, die uns mit einem großzügigen Betrag für Weihnachtsgeschenke für die Kinder im Frauenhaus und im Kinderheim in Sibiu glücklich machten.

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